Presse
Rheinische Post vom 01.12.2009
Zwölf ungewöhnliche Solisten LEVERKUSEN Die Leverkusener Musikschule hat dieses Jahr wieder viele junge Nachwuchstalente beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ins Rennen geschickt. Sie schafften es bis auf Landes− oder sogar Bundesebene. Für die muss man doch etwas tun, dachte sich Klaus Müller, der einerseits zwei begabte Kinder hat und seit Jahren auch die Musiziergemeinschaft der Kasino−Gesellschaft leitet. Und da kam ihm die Idee zu einem außergewöhnlichen Konzertabend, von dem wirklich alle Seiten profitierten.

Zunächst die Besucher im Erholungshaus−Saal, die ein ungewöhnlich bunt gemischtes Programm erlebten und beim Zuhören immer wieder ins Staunen gerieten. Denn wo sonst kann man schon zwölf junge und sehr junge Solisten in Folge erleben. Auch für die Musiziergemeinschaft war dieses Preisträgerkonzert etwas Besonderes, das ungewohnte Anforderungen an ein Laienensemble stellte. Denn die Musiker waren in allen Fällen als Begleiter gefragt, hatten ein ganz neues Repertoire einzustudieren, Sätze aus Solokonzerten verschiedener Epochen von Vivaldi bis Piazzolla. In einigen Fällen hat Klaus Müller die Originalvorlagen für Klavierbegleitung oder kleineres Ensemble für sein Orchester bearbeitet.

Junge Preisträger
Für die jungen Preisträger, von denen einige immerhin ernsthaft mit dem Gedanken spielen, Musik zu studieren, wenn sie in einigen Jahren das Abitur geschafft haben, war es eine ungewohnte Chance.

Uliana Gorodetska spielt
Joseph Haydn
Denn so schnell werden sie kaum die Gelegenheit haben, sich von einem kompletten Orchester begleiten zu lassen. Aufregend war es natürlich auch, vor allem für Maike Wagner, die mit ihrem Solopart bei Haydns Divertimento C−Dur für Klavier und Orchester die allerersten Töne des Abends überhaupt zu spielen hatte.

Noch einmal Haydn (Klavierkonzert D−Dur) gab es später von Uliana Gorodetska und den Kopfsatz von Mozarts Klavierkonzert A−Dur hatte Julia Gurol vorbereitet. Weitere zwei Mal wurde der Flügel in die Mitte der Bühne gerollt. Einmal, damit Mascha Jedig den Solopart des reizvollen Miniature concert von Alec Rowley auf die Orchesterbegleitung setzen konnte. Und schließlich für das Sahenhäubchen im Mendelssohn−Jahr, Katharina Fries mit dessen 1. Klavierkonzert.
Auch Soloviolinistinnen gab es gleich mehrfach: Kristina Hügel mit einer wilden Tarantella, Darlene Cohnen mit dem ausdrucksvoll geführten „Oblivion“ von Astor Piazolla, Susanne Starosta mit Zigeunerweisen und Elena Müller mit einer packenden Csardas (Monti). Vivaldi spielte die Cellistin Frederike Froelig, Anna Rabe sang die Arie der Despina. Als einziger Junge und Bratschist begeisterte Christoph Müller mit einer Sarabande. (Monika Klein)
Klangbeispiele